# Bekannte Kieffers: Soldaten, Gelehrte und Forscher

> Ein Kommandeur des D-Day, ein Straßburger Orientalist, ein lothringischer Insektenforscher, der Baumschulgärtner hinter einer berühmten Birne und eine Planetengeologin: Kieffers, die Spuren hinterlassen haben.

Veröffentlicht am: 2026-10-23

- **177**: französische Kommandosoldaten unter Philippe Kieffer am D-Day
- **1863**: erste Ernte der Kieffer-Birne
- **1995**: Susan Kieffer wird MacArthur Fellow

Dies ist eine Auswahl, keine Rangliste. Jede genannte Person ist in den Quellen am Ende der Seite belegt; Daten und Einzelheiten stammen von dort.

## Philippe Kieffer (1899–1962), Kommandeur der D-Day-Kommandos

Philippe Kieffer wurde am 24. Oktober 1899 in Port-au-Prince auf Haiti geboren. Sein Vater war ein elsässischer Mathematiklehrer. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs arbeitete Kieffer im Bankwesen. Am 1. Juli 1940 schloss er sich den Freien Französischen Seestreitkräften an und führte später die französischen Marinekommandos, die „Grünen Barette“.

Am **6. Juni 1944** landeten seine **177 Kommandosoldaten** am Sword Beach, setzten sich in Ouistreham fest und rückten weiter nach Bénouville, Amfreville und Bavent vor. Am ersten Tag verwundet, lehnte Kieffer zwei Tage lang seine Evakuierung ab. Sein Sohn Claude, Mitglied der Résistance, wurde im August von deutschen Truppen getötet.

Kieffer wurde Compagnon de la Libération. 1961 beriet er den Film *Der längste Tag*. Er starb am 20. November 1962 in Cormeilles-en-Parisis und ist in Grandcamp-Maisy in der Normandie begraben. Eine Einheit der französischen Marinekommandos trägt bis heute seinen Namen: das Commando Kieffer.

## Jean-Daniel Kieffer (1767–1833), Orientalist

Der in Straßburg geborene Jean-Daniel Kieffer war Dolmetscher im französischen Außenministerium. An der Botschaft in Konstantinopel wurde er nach 1798 in der Festung Yedikule gefangen gehalten. Später wurde er Dolmetscher König Ludwigs XVIII. und 1822 Inhaber des Lehrstuhls für Türkisch am Collège de France. Er überarbeitete eine türkische Übersetzung des Neuen Testaments und begann ein türkisch-französisches Wörterbuch, das nach seinem Tod vollendet wurde. Er starb 1833 in Paris an der Cholera.

## Jean-Jacques Kieffer (1857–1925), der Insektenforscher aus Bitsch

Der in Guinkirchen in Lothringen geborene Jean-Jacques Kieffer unterrichtete Naturwissenschaften in Bitsch. In seiner freien Zeit wurde er zu einem anerkannten Kenner kleiner Insekten: parasitischer Wespen, Gallmücken und Stechmücken. Die Universität Straßburg verlieh ihm 1904 die Ehrendoktorwürde. Mehrere Insektengattungen tragen seinen Namen, darunter *Kiefferia* und *Kiefferulus*, und eine Schule in Bitsch ist nach ihm benannt.

## Peter Kieffer und die Kieffer-Birne

Peter Kieffer war Baumschulgärtner in Roxborough bei Philadelphia und zog die chinesische Sandbirne als Zierbaum, mit Bartlett-Birnen (Williams Christ) im selben Garten. Unter seinen Zufallssämlingen fiel ihm einer mit ungewöhnlichem Wuchs auf, den er behielt. Der Baum trug **1863** zum ersten Mal Früchte. Auf der Hundertjahrausstellung 1876 in Philadelphia erhielt er den Namen „Kieffer“, 1883 wurde er in die Obstliste der American Pomological Society aufgenommen. 1921 beschrieb der Pomologe U. P. Hedrick sie als die meistangebaute Birne Nordamerikas, geschätzt vor allem zum Kochen und Einmachen.

## Aldine Silliman Kieffer (1840–1904), Gesangslehrer und Verleger

Aldine Kieffer wurde in Missouri geboren und war ein Enkel des mennonitischen Musikers Joseph Funk. Er wurde zu einem führenden Verfechter der **Shape-Note**-Notation, mit der Laien das Vom-Blatt-Singen lernten. Mit Ephraim Ruebush leitete er einen Musikverlag, der 1878 nach Dayton in Virginia zog. Er gab die Zeitschrift *The Musical Million* heraus, die von 1870 bis 1914 erschien, und hielt in der ganzen Region Singschulen ab.

## Susan Kieffer (geboren 1942), Planetengeologin

Susan Werner Kieffer, geboren in Warren, Pennsylvanien, erforscht das Verhalten von Fluiden in Vulkanen, Geysiren und Flüssen. Ihre Arbeiten behandeln den Ausbruch des Mount St. Helens 1980, den Geysir Old Faithful im Yellowstone und die Vulkanfahnen des Jupitermondes Io. Von 1995 bis 2000 war sie MacArthur Fellow, 2014 erhielt sie die Penrose-Medaille der Geological Society of America, und sie ist Mitglied der National Academy of Sciences der USA.

## Weitere Kieffers

- **Eduardo Gudiño Kieffer** (1935–2002), argentinischer Schriftsteller.
- **Johann Jakob Kieffer** (1814–1891), Historienmaler der Düsseldorfer Malerschule.
- **Monique Kieffer** (geboren 1952), luxemburgische Historikerin.
- **Maximilian Kieffer** (geboren 1990), deutscher Profigolfer.
- **Jean-Luc Kieffer** (geboren 1969), französischer Handballspieler und -trainer.

Der Name steht auch auf Landkarten und am Himmel: **Kieffer Knoll** ist ein Hügel in der Antarktis, und der Asteroid **(3779) Kieffer** ist nach Hugh H. Kieffer benannt.

## Quellen

1. [Ordre de la Libération, „Philippe Kieffer“](https://www.ordredelaliberation.fr/fr/compagnons/philippe-kieffer)
2. [Wikipedia (französisch), „Jean-Daniel Kieffer“](https://fr.wikipedia.org/wiki/Jean-Daniel_Kieffer)
3. [Wikipedia (französisch), „Jean-Jacques Kieffer“](https://fr.wikipedia.org/wiki/Jean-Jacques_Kieffer)
4. [U. P. Hedrick, The Pears of New York, 1921 (Eintrag „Kieffer“)](https://www.gutenberg.org/ebooks/46994)
5. [Wikipedia (englisch), „Aldine Silliman Kieffer“](https://en.wikipedia.org/wiki/Aldine_Silliman_Kieffer)
6. [Wikipedia (englisch), „Susan Kieffer“](https://en.wikipedia.org/wiki/Susan_Kieffer)
7. [Wikipedia (englisch), „Kieffer“ (Namensträger)](https://en.wikipedia.org/wiki/Kieffer)
8. [Wikipedia, „Kieffer“ (Namensträger und Orte)](https://de.wikipedia.org/wiki/Kieffer)

- English: [Famous Kieffers: soldiers, scholars and scientists](https://kieffer.eu/en/famous-kieffers/index.md)
- Français: [Kieffer célèbres : soldats, savants et scientifiques](https://kieffer.eu/fr/kieffer-celebres/index.md)

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