Kieffer

Wo die Kieffers leben: die Verbreitung des Namens

Von Lothringen und dem Elsass über Luxemburg und Deutschland bis nach Amerika: wo der Familienname Kieffer verbreitet ist, mit Zahlen für Frankreich und die USA.

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Schematische Karte des Kieffer-LandesDas Département Moselle und das Unterelsass zwischen Rhein und Mosel vereinen den Großteil der Kieffers in Frankreich. Luxemburg und das Saarland liegen nebenan.FRANKREICHDEUTSCHLANDBELGIENRheinMoselSaarElsassLothringenLuxembourgMetzNancyStrasbourgColmarMulhouseSaarbrückenTrierKarlsruheMainz
Kreise proportional zur Zahl genealogischer Einträge je Département (Filae). Schematische Karte.
  • 10.440in Frankreich geborene Kieffers, 1891–1990
  • 97französische Départements mit Kieffer-Geburten
  • 6.656Kieffers bei der US-Volkszählung 2010

Der Name Kieffer entstand im Grenzland zwischen Frankreich, Deutschland und Luxemburg, wo das mundartliche Wort für den Küfer Kieffer lautete. Dort ist er bis heute am häufigsten. Die Auswanderung trug ihn viel weiter: in die USA, nach Kanada, Lateinamerika und darüber hinaus.

Frankreich: Moselle und Elsass

Die französischen Geburtsdaten geben das klarste Bild. Nach Filae, das sich auf Daten des französischen Statistikamts Insee stützt, wurden zwischen 1891 und 1990 in Frankreich 10.440 Menschen mit dem Namen Kieffer geboren, verteilt auf 97 Départements. Damit ist Kieffer der 494. häufigste Familienname Frankreichs.

Die Geburten nach Zeitraum steigen bis in die Nachkriegsjahrzehnte:

ZeitraumKieffer-Geburten in Frankreich
1891–19151.945
1916–19402.506
1941–19653.253
1966–19902.736

Der Name konzentriert sich auf zwei Départements: Moselle in Lothringen und Bas-Rhin im Unterelsass. Die Genealogie-Datenbank von Filae zählt Personen in Stammbäumen, nicht heute lebende Menschen, und zeigt dasselbe Bild:

DépartementKieffer-Einträge in der Datenbank von Filae
Moselle (57)42.304
Bas-Rhin (67)36.997
Paris (75)7.642
Meurthe-et-Moselle (54)3.572
Haut-Rhin (68)2.912

Paris steht in der Liste, weil Menschen aus allen Regionen in die Hauptstadt zogen. Das Oberelsass (Haut-Rhin) zählt weit weniger Kieffers als der Norden.

Luxemburg

In Luxemburg ist Kieffer ein geläufiger Name mit klarer Bedeutung: Die Forscher des Luxemburgischen Familiennamenatlas führen ihn auf das luxemburgische Wort Kéifer zurück, den Küfer. Bekannte Luxemburger dieses Namens sind etwa die Historikerin Monique Kieffer, geboren 1952, und die Schauspielerin Julie Kieffer, geboren 1992.

Deutschland

Auch in Deutschland ist der Name zu finden, in beiden Schreibweisen, Kieffer und Kiefer. Zu den deutschen Kieffers gehören der Historienmaler Johann Jakob Kieffer (1814–1891) aus der Düsseldorfer Malerschule und Ludwig Kieffer (1894–1967), der die Mundart von Pirmasens in der Pfalz erforschte.

USA und Amerika

Im 19. Jahrhundert wanderten viele Familien aus dem Elsass und aus Lothringen nach Nordamerika aus, manche in organisierten Gruppen. 1844 gründete Henri Castro mit elsässischen Siedlern Castroville in Texas. Die Stadt nennt sich bis heute „das kleine Elsass von Texas“ und pflegt den elsässischen Dialekt.

Auch in Pennsylvanien ließen sich Kieffers nieder. Der Baumschulgärtner Peter Kieffer aus Roxborough bei Philadelphia zog dort den Sämling, aus dem die berühmte Kieffer-Birne wurde. Sie trug 1863 zum ersten Mal Früchte.

Die US-Volkszählung erfasst die heutigen Namensträger:

VolkszählungKieffers in den USA
20006.291
20106.656

2010 stand der Name auf Platz 5.241 der amerikanischen Familiennamen.

Anderswo in Amerika zeigen der argentinische Schriftsteller Eduardo Gudiño Kieffer (1935–2002) und der kanadische Politiker Robert Kieffer, geboren 1946, wie weit der Name gereist ist. Philippe Kieffer, Held des D-Day, wurde 1899 in Port-au-Prince auf Haiti geboren, als Sohn eines elsässischen Vaters. Seine Geschichte steht bei den bekannten Kieffers.

Den eigenen Zweig finden

Zahlen zeigen, wo der Name häufig ist, nicht aber, woher Ihre Familie stammt. Dafür nennt der Leitfaden Ahnenforschung die Archive in Frankreich, Luxemburg und Deutschland.

Quellen

  1. Filae, „Nom de famille KIEFFER“ (Geburten in Frankreich 1891–1990, nach Daten des Insee)
  2. Daten des U.S. Census Bureau zum Namen Kieffer (2000 und 2010), veröffentlicht von 23andMe
  3. Cristian Kollmann, „Alles Muller oder was?“, forum Nr. 301, November 2010
  4. Wikipedia (englisch), „Castroville, Texas“
  5. U. P. Hedrick, The Pears of New York, 1921 (Eintrag „Kieffer“)
  6. Wikipedia, „Kieffer“ (Namensträger)
  7. Wikipedia (englisch), „Kieffer“ (Namensträger)
  8. Ordre de la Libération, „Philippe Kieffer“
WeiterlesenBekannte KieffersEin Kommandeur des D-Day, ein Straßburger Orientalist, ein lothringischer Insektenforscher, der Baumschulgärtner hinter einer berühmten Birne und eine Planetengeologin: Kieffers, die Spuren hinterlassen haben.